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Familienforschung Stanischitsch

Familienforschung befaßt sich hier in erster Linie mit den römisch-katholischen Einwohnern von Stanischitsch. Das waren 1931[1] rund 85% der Einwohner, davon entfallen ca. 71,6% auf Deutsche, 11% auf Ungarn und 2,7% auf Bunjewatzen (katholische Slawen). Serben (14,2%) waren meist griechisch-orthodoxen Glaubens - sie sind ebenso wie die Juden (0,5%) hier nicht Gegenstand der Betrachtung.


[1] Berechnet nach der letzten amtlichen Volkszählung in Jugoslawien vom 31.3.1931, Zahlen entnommen aus: (Egger 1983: S. 79)


Quellenlage, Kirchenbücher

Familienkundliche Daten sind in erster Linie den katholischen Kirchenbüchern zu entnehmen. Allerdings war diesbezüglich anfangs die Quellenlage für Stanischitsch ungünstig. Die katholischen Kirchenbücher lagerten seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht im katholischen Pfarramt, das es im Ort inzwischen auch nicht mehr gibt, sondern bei der Gemeindeverwaltung, inzwischen im Historischen Archiv Sombor. Einsichtnahme war am Anfang nicht möglich. Daher gewann ich in den achtziger Jahren Daten zunächst aus den Zweitschriften der Kirchenbücher, die die Pfarrer seit 1826 an das Archiv der zuständigen Erzdiözese Kalotscha abzuliefern hatten. Diese Stadt liegt in Ungarn, wo die Quellen, anfangs gegen Zahlung einer hohen Gebühr, kopiert werden konnten. Später wurden durch die Genealogische Gesellschaft der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (Mormonen) in Salt Lake City die für alle Kirchenbücher Ungarns hergestellten Mikrofilme frei zugänglich, worunter sich auch die Filme von den Zweitschriften der jugoslawischen Batschka für die Zeit von 1826 bis 1895 befinden. Für die Jahre von der Gründung der katholischen Pfarrei und Einrichtung eigener Kirchenbücher im Jahre 1788 bis 1825 klaffte allerdings eine Lücke, die ich
1983 durch Auswertung anderer Quellen zu überbrücken suchte: Firmungslisten und Konskriptionslisten - letzteres sind Ansiedler- und Steuerlisten, Listen über gezahlte Vorschüsse u. ä.[1]

In den wenigen Monaten von der Ansiedlung bis zur Anlage eigener Kirchenbücher wurden Taufen, Eheschließungen und Sterbefälle vermutlich im älteren Nachbarort Gakowa eingetragen, doch gelten diese Kirchenbücher als verloren. Es wird angenommen, daß sie bei Räumung und Plünderung des Dorfes durch Partisanen 1945 vernichtet wurden.


[1] (Bayer 1983)


Ortsfamilienbuch

Später hatte Michael Hutfluss kurzfristig Zugang zu den Indizes der Stanischitscher katholischen Kirchenbüchern, woraufhin er 1986 ein Ortssippenbuch für die Zeit bis 1895 herausbrachte.[1] Schließlich wurden auch die Daten ab 1896 beschafft, so daß 1996 ein zweiter Band für die Zeit 1896 bis 1938 erscheinen konnte.[2] Bei der schwierigen Quellenlage ist es verständlich, daß sich in beiden Bänden Lücken und Irrtümer finden. Johann Schnaterbeck hat in den letzten Jahren neue Daten beschafft, eine neue Kartei von Kopien des Kirchenbuches und daraus Manuskripte erstellt, die er mir zur Verfügung stellte. Die Daten für die katholischen Einwohner - Deutsche, Ungarn und Slawen - wurden inzwischen in eine Datenbank übertragen. Besonders hilfreich war die Möglichkeit, die digitalisierten katholischen Kirchenbücher und Zweitschriften über das Internet beim Erzbischöflichen Archiv in Kalotscha einzusehen. Dort stehen ausgezeichnete Digitalisate für die ungarischen und die ehemaligen, jetzt serbischen Pfarreien der Diözese zur Verfügung.[3]

Anfang 2017 wurde aus o. g. Datenbank ein neues "Familienbuch Stanischitsch" erzeugt, das nur auf CD zu haben ist. [4]

Eine Kurzversion (ohne Quellentexte mit Datenschutz gemäß Personenstandsgesetz) gibt es im Internet bei Gen_Pluswin und beim Verein für Computergenealogie Online-OFBs.

Korrekturen und Ergänzungen hier als PDF-Datei.


[1] (Hutfluss 1986)
[2]
(Hutfluss 1996)
[3]
Im Internet über http://archivum.asztrik.hu nach Anmeldung und gegen Gebühr.
[4] Schnaterbeck, Johann / Schnaterbeck, Gertrud / Bayer, Johann (2017): Familienbuch Stanischitsch nach den katholischen Kirchenbüchern von Stanischitsch (Stanišić, Örszállás) in der Batschka (heute: Wojwodina,Serbien) 1787 - 1945 - [PDF-Datei auf CD]. Kornwestheim, Butzbach: AKdFF. (= Schriftenreihe zur donauschwäbischen Herkunftsforschung Bd. 206; Deutsche Ortssippenbücher Bd. 2.031).

 

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